Das Beste zum Thema »Buchmesse«

In der letzten Woche hat man sehr viel »Abgehobenes« über den Buchmarkt, Bücher und Autoren lesen können. Diese Abgehobenheit, soll wohl…

…die Bedeutung des Buches erhöhen. Es kam mir vor, als sei das Buch etwas Heiliges, dem man sich zu unterwerfen hat. Fast immer ging mir der Spaß am Lesen über das Lesen völlig ab. Mein Eindruck: Das Buch muss etwas Bitterernstes sein, dass um Gottes Willen nicht unterhalten darf.
Umso glücklicher bin ich heute über diesen Lesestoff in der »Welt am Sonntag«, 13.10.13. Das Beste kommt eben doch immer zum Schluss. Zipperts Wort zum Sonntag, hier vollstänig zitiert:

„Helmpflicht für Leser“
„Heute endet die Frankfurter Buchmesse, auf der die Firmen ihre neuesten Modelle vorgestellt haben. Die Veranstaltung wurde von 255.000 Autoren und circa 10.000 Lesern besucht. Diese Entwicklung gibt zu Besorgnis Anlass. Auch nicht schön: Viele Bücher leiden unter Übergewicht. Den idealen Buch-Mass-Index (BMI) von 200 Seiten erreichen nur wenige. Das liegt einerseits an den Autoren, die durch die Produktion dicker Bücher mögliche Konkurrenten vom Schreiben abhalten wollen, denn solange jemand ein dickes Buch liest, kann er selbst keins verfassen. Andererseits liegt es auch daran, dass viele Lektoren über der Lektüre der Manuskripte einschlafen, erst auf den letzten Seiten wieder aufwachen und so die Chance vertun, den Ziegel ordentlich zu kürzen. In diesem Zusammenhang muss man eine technische Neuerung des Bastei-Lübbe-Verlags erwähnen, der Bücher mit Seitenaufprallschutz entwickelt hat. Wer einschläft und mit dem Gesicht aufs Buch knallt, ist dadurch vor ernsteren Verletzungen geschützt. Ab 2014 müssen alle Bücher mit einem Rauchmelder ausgestattet werden, auch über eine Helmpflicht für Leser wird nachgedacht, denn wenn man mit einem 1200-Seiten-Buch zusammenstößt, kann es zu schweren Kopfverletzungen kommen. Ab 2014 gelten zudem schärfere Regeln für Autoren. Wer mehr als fünf Personen in einem Roman beschäftigt, braucht einen Betriebsrat. Außerdem muss das Romanpersonal kranken- und rentenversichert werden, ein Mindestlohn für Nebenfiguren soll aber nicht eingeführt werden.“