DER SOHN DES TEUFELS IM TV

Demnächst exklusiv auf ARD-alpha – im alpha-Forum: Das Gespräch mit Walter Chmielewski, dem Sohn des Teufels (Bildquelle © Bayerischer Rundfunk)

Der Bayerische Rundfunk (kurz BR) zeichnet heute ein Gespräch mit Walter Chmielewski, dem Protagonisten des Buches DER SOHN DES TEUFELS, auf. Das 45minütige Gespräch wird schon bald auf…

…ARD Alpha zu sehen sein. Den genauen Sendetag teile ich Euch noch mit. Sendeplatz ist auf jeden Fall das alpha-Forum um 20:15 Uhr.

Ankündigung: Es gibt sie noch, die letzten Zeugen eines der grausamsten Kapitel der Deutschen Geschichte. Einer der ganz wenigen, die davon noch berichten können, ist Walter Chmielewski, Jahrgang 1929, in München lebend. Er ist der Sohn des ersten Lagerkommandanten des Konzentrationslagers Gusen. Gusen, heute fast unbekannt, war ein Nebenlager des KZ Mauthausen, nahe Linz in Oberösterreich. Im Lager Gusen (I bis III), das von 1940 bis 1945 existierte, wurden nahezu 45.000 Menschen umgebracht. Gusen war ein Vernichtungslager wie Auschwitz, Treblinka oder Buchenwald. Es sind diese uns bekannten Namen, die uns Glauben machen, dass wir doch schon alles wüssten. Wir glauben uns in der Deutschen Geschichte auszukennen, zu wissen, was ein Konzentrationslager ist. Wir glauben, uns sei alles bekannt über den Holocaust, die SS und das Leiden und Sterben der Häftlinge. Ja, wir wissen viel. Und doch wissen wir gar nichts. Denn unser Wissen stammt fast immer nur aus Geschichtsbüchern.
Das Leben von Walter Chmielewski in den Kriegstagen sowie den Vor- und Nachkriegstagen liest sich aber nicht wie ein Geschichtsbuch, denn es lebt. Es lebt von den Geschichten hinter der Geschichte. Es sind die persönlichen Erlebnisse des kleinen Walter, der von seinem Vater in eine NS-Eliteschule gesteckt wurde, zur HJ kam und in den letzten Frühlingstagen des Jahres 1945 noch an die Front befohlen wurde; des Jungen Walter, der ein linientreuer Deutscher im Sinne der NS-Ideologie hätte werden können, wenn, ja, wenn sich die Mutter nicht dagegengestemmt hätte. Der Frage, warum einer ein Nazi wurde und warum der andere nicht, dieser Frage ist der Autor Holger Schaeben in seinem Buch nachgegangen. Die Antwort darauf gibt das Buch. Wie durch ein Brennglas schaut er hin. So genau, dass es nicht selten wehtut. Er schaut auf die große Geschichte, die man auch gerne Historie nennt und fokussiert dabei auf das Alltägliche, das vermeintlich kleine, unbedeutende, unbeschwerte Leben des Menschen Walter Chmielewski. Schaeben zeichnet nach, welche Menschen, welche Einflüsse, welche Ereignisse dabei entscheidend sind oder sein können, dass sich ein Leben so und nicht so entwickelt. SS-Hauptsturmführer Carl Chmielewski, der Vater von Walter Chmielewski, war einer der Blutsauger des Naziregimens. Seine menschenverachtende Brutalität hatte ihm den Beinamen »Der Teufel von Gusen« eingebracht. Im Alter von 86 Jahren erzählt nun sein Sohn Walter die Geschichte seiner Familie und vor allem seine Geschichte. Warum erst jetzt, hat ihn der Autor gefragt: „Ich habe nur dieses eine Leben“, so Walter Chmielewskis Antwort, „aber erst jetzt bin ich alt genug, um es erzählen zu können.“
Walter Chmielwski schaut zurück und schaut mit den Augen eines kindlichen Jungen, so wie er als Kind auf die KZ, die SS, die Zerstörung und den Krieg gesehen hat, wovon er jetzt erzählt.

Autor: Holger Schaeben, Schreibkraft; schreibt Bücher für seine Auftraggeber (als Ghostwriter) und für seine Leser (als Holger Schaeben)