LOB DEM LESER

Eine Sommerempfehlung: MEER JUNG FRAU, Offizin Verlag Zürich (Bildquelle © hs)

Menschen, die etwas produzieren, bekommen im besten Falle Aufmerksamkeit. Nicht selten besteht die Aufmerksamkeit aus Kritik. Wobei das bedeutet, dass sie entweder…

…mit Lob oder mit Tadel bedacht werden. Auch jedem Autor, der einen Text veröffentlicht, geht es so. Ich möchte hier aber nicht über mich sprechen, sondern die Aufmerksamkeit auf einen Leser lenken. Besser gesagt: Ich möchte eine Leserin loben, die eine Rezension geschrieben hat; nämlich zu meinem Buch MEER JUNG FRAU.

„Geschaut – und das Staunen nicht vergessen“. Diesen Satz hat sie Ihrer Rezension vorangestellt. Mich hat ihr Text so beeindruckt, dass es mir ein Vergnügen ist, diesen hier öffentlich zu machen.

„Dem Band mit – neun Stories und eine – wurde ein Zitat aus einem Brief des Schweizer Schriftstellers und Krimiautor Friedrich Glauser vorangestellt: Draußen würde ich in kleinen Beizen hocken und in Bahnhofbuffets (die sind sehr ergiebig), ich würde an politische Versammlungen gehen und Schauen, Schauen, Schauen. Und nie das Erstaunen vergessen. Wir sind nicht da, um zu richten. Wir sind da, um zu erzählen. Wir sind nicht da, Rätsel zu erklären, wir müssen Rätsel erfinden. Die Lösung ist immer irrelevant.

Ich liebe das Genre Kurzgeschichten, hasse es aber, wenn versucht wird, das Genre in ein enges Korsett zu stecken indem fest definiert wird, wie eine Kurzgeschichte zu sein hat und wenn sie nicht so ist, dann ist sie vielleicht ein Essay oder eben nichts – von daher ist mir das vorgestellte Briefzitat wichtig und richtig – und passt als Einleitung der Erzählungen von Holger Schaeben.
Er erzählt eigentlich knapp, sparsam, nur mit den nötigsten Adjektiven, und doch entstehen in mir Bilder und Empfindungen – und eine gewisse Dankbarkeit, das lesen zu können, denn es bleibt einem länger, als man es liest.
Die kürzeste, mir aber liebste und in mir sehr lang nachgeklungene Geschichte ist übrigens die Titelgeschichte, welche nach den üblichen Definitionen überhaupt keine Kurzgeschichte sein dürfte, eher ein Gedicht in Prosa.
Das Buch liegt auf Grund seiner Maße angenehm in der Hand wurde gedruckt auf 90-Gramm-Papier und der Druck selbst sehr lesefreundlich gestaltet, so dass es zu lesen auch ein sinnliches Vergnügen ist.“

Autor: Holger Schaeben, Schreibkraft; schreibt Bücher für seine Auftraggeber (als Ghostwriter) und für seine Leser (als Holger Schaeben)