Tagebuch eines ungelesenen Buches

11. Eintrag, 16. Februar 2013 (Bildquelle © virtua73/Fotolia)

 

Was? Schon P-Tag? Nicht zu fassen! Aber kein Problem. Ich weiß, worüber ich heute schreiben werde: P wie PR oder Public Relations. Aber Eins…

…nach dem Anderen: Was ich brauche, ist Personen-PR für meine Person und eine Person, die das für mich in die Hand nimmt. Jemanden Spezielles, für den Öffentlichkeitsarbeit für Autoren Arbeitsschwerpunkt ist. Jemanden, der für mich bei den relevanten Redaktionen trommelt. Jemanden, der die richtigen, nicht die meisten, Medienkontakte hat. Jemanden, der sich darauf versteht, ein Konzept für mich zu entwickeln, ohne, dass mich die Kosten auffressen. Jemanden, der eine intelligente Idee hat. – Heute habe ich diesen Jemand gesprochen. Nennen wir ihn: Dr. P. Herr P. hat schon auf der Payroll ganz unterschiedlicher Verlage gestanden und da wie dort als Pressestellenleiter gearbeitet. Er hat, bevor er sein eigener Herr wurde, zwei Jahrzehnte Erfahrung auf dem Feld der Verlags-PR gesammelt. Seine E-Mails vor unserem Treffen waren alle sehr freundlich, ja fast menschlich. Seine Stimme am Telefon – sehr sympathisch. Ich habe mir das vor dem Treffen mit ihm immer wieder vorgesagt. Warum? Um mich positiv auf ihn einzustimmen. Denn ich hatte auch Zweifel. Kognitive Dissonanzen hat man ja immer irgendwie. Dieses Störgefühl hatte ich dieses Mal auch. Dieser Mann will mich wirklich treffen, anhören? Mich? Den unbekannten Autor? Das weiße Blatt?

Das waren die Fragen des Zweiflers, die bei mir den besagten unangenehmen Gefühlszustand hervorriefen, einen Zustand, der mich aber auch hellwach sein ließ. Mit derart geschärften Sinnen, mit meinen Erwartungen und Ängsten und einem weiteren Manuskript unterm Arm, von dem ich ihm schon am Telefon erzählt hatte, ging ich hin. Und was soll ich sagen? Herr P. war wirklich so: professionell, freundlich, sympathisch, menschlich. Und ehrlich. Versprochen hat er nichts. Ich verspreche mir trotzdem etwas. (Natürlich etwas mit P) Irgendetwas Positives wird passieren …