Tagebuch eines ungelesenen Buches

20. Eintrag, 01. April 2013 (Bildquelle © virtua73/Fotolia)

 

Die Abstände der Einträge in meinem Buchtagebuch werden größer. Der Tag meines Buches rückt…

…näher. Aber das Alphabet hat leider nur 26 Buchstaben. Und die Meisten habe ich schon verschossen. Meine Frau versorgt mich mit guten Ratschlägen und frischem Obst. Ich beklage meine Versorgungslage an frischen Buchstaben. Ich habe gleich in der ersten Phase zu viele davon rausgehauen, es lief einfach zu gut. Ich weiß jetzt, warum es ABC-Schütze heißt. Auch ich fühle mich wie ein Anfänger. Ich kann nur alpha-beten, dass es irgendwie gut geht. Sonst bleibt mir nur die Notration: Ü, Ö und Ä. Mal nachrechnen, das lenkt ab. Offiziell sind es noch 61 Tage und der Rest von heute. Dagegen stehen nur noch sechs Buchstaben bis zum B. Die Lage ist buchstäblich katastrophal. Ich muss mit dem Schlimmsten rechnen. Nach dieser Rechnung, kann ich nur noch alle zwei bis drei Wochen einen Eintrag vornehmen. Jetzt nur nicht aufgeben. Denk immer daran, was Hem sagte: „Ein Mann kann vernichtet werden, aber nicht besiegt.“