Tagebuch eines ungelesenen Buches

9. Eintrag, 11. Februar 2013 (Bildquelle © virtua73/Fotolia)

 

Ich sage nur: Rosenmontag. Während sich um mich herum der rheinische Frohsinn breitmacht, steht mir der Sinn nach Ruhe. Ich sitze vor meinem Mac und schaue mir eine Auswahl von Fotos an, die Oliver Tjaden (Mehr zu O.T. im T-Eintrag:  „Tagebuch eines ungelesenen Buches") von mir geschossen hat. Jetzt sehe ich mich zum ersten…

…Mal von einem Profi abgelichtet. Sehe ich aus wie ich? Oder wie ich mir wünsche, dass ich aussehen könnte? Ist das der Mann, den ich seit Jahren kenne? Oder ist das ein Fremder, der mich ansieht? Auf einigen Bildern finde ich mich gut getroffen. Andere würde ich nicht herzeigen. Warum habe ich mich überhaupt fotografieren lassen? Bilder muss man machen, damit man später Fotos von früher hat. Das mag für Schnappschüsse gelten. Ich habe mich fotografieren lassen, weil ich jetzt ein Bild von mir brauche, nicht für später. Das Jetzt-Bild von mir soll den Klappentext zu meinem neuen Buch ergänzen. Es kommt über dem Text über mich zum Einsatz. Ich suche also quasi nach einem Über-Foto, nach dem ultimativen Bild von mir. Was für eine Aufgabe! Was für ein Blödsinn! Ich versuche ein Bild zu finden, das später der Leserin und dem Leser gefallen soll. Eigentlich jedem. Eigentlich unmöglich. Das Gefallen liegt schließlich im Auge des Betrachters. Ein Jeder wird mich anders sehen. Mit dieser Erkenntnis sehe ich mich schon eher in der Lage, eine Wahl zu treffen. Und wie meine Entscheidung ausgefallen ist, werden Sie sehen, wenn Sie mein Buch gekauft haben. So würde ich es mir wünschen. Bis dann. Man sieht sich.