Ghostwriting

Ghostwriting – Keine Arbeit in der Grauzone

Der Ghostwriter ist ein Schattenmann. Und wer im Schatten agiert, gerät leicht in Verdacht, er hätte etwas zu verbergen, könnte etwas Unerlaubtes, Unrechtes tun. Das ist hier nicht der Fall. Ich kann Sie beruhigen. Im Gegenteil. Die Arbeit des Ghostwriters ist eine redliche. Typisch für den Ghostwriter ist nur, dass er meist unsichtbar bleibt. Wie der Ghost, so der Ghostwriter. Letzterer schreibt Bücher und andere Texte im Verborgenen. So ist das auch bei mir.

Meine Auftraggeber sind Einzelpersonen, aber auch Unternehmen und Institutionen. Ob Roman, Sachbuch, Imagebuch, Biografie, Firmenchronik, Jubiläumsbuch oder Unternehmensroman – dafür bin ich Ihr Ghostwriter. Was ich ablehne? Akademisches Ghostwriting. Ich kann das begründen: Der akademische Ghostwriter verfasst wissenschaftliche Arbeiten für seine Klientel. Bei Ablieferung der Arbeit gibt er vor, nicht zu ahnen, was der Auftraggeber damit tun wird. Er kann sich nicht vorstellen, dass daraus Magister- oder Doktorarbeiten werden könnten; dass sich sein Auftraggeber zukünftig mit fremden Federn schmücken wird.
Es sei jedem freigestellt, als akademischer Ghostwriter zu arbeiten und Geld damit zu verdienen. Was mir nicht gefällt, ist, dass akademische Ghostwriter den ganzen Stand der Ghostwriter in schlechtem Licht erscheinen lassen. Gefördert wird dieser Eindruck natürlich von Medienbeiträgen, in denen Journalisten pauschal von „Grauzone” sprechen, wenn sie etwas über Ghostwriter bringen, aber eigentlich doch nur die akademischen Ghostwriter meinen. Ich würde mir hier eine deutlichere Differenzierung wünschen. Ich distanziere mich vom akademischen Ghostwriting.

Gesucht: Ghostwriter

Wer den Begriff Ghostwriter googelt, wird von der Masse der Treffer überwältigt. Sind das alles Ghostwriter? Ich bin bei gesundem Menschenverstand und stelle mir die Frage einfach nicht. Würde ich einen Ghostwriter suchen (was nicht in Frage kommt, da ich selbst einer bin), würde ich wahrscheinlich auch Google bemühen oder einen Freund fragen, auf dessen Empfehlung ich mich verlassen könnte. Wer einen solchen Freund nicht hat, muss sich auf sich selbst verlassen, sich über den Ghostwriter, den er im Netz gefunden hat, informieren, sich mit ihm treffen, reden, einschätzen, werten, Arbeitsbeispiele ansehen, über Erfahrung sprechen, sich den Arbeitsprozess erklären lassen, nach den Kosten fragen, alles abwägen, auch seinen Bauch fragen und am Ende doch ganz alleine entscheiden.

Gefragt: Der professionelle Ghostwriter

Sie werden auch wissen wollen, was mich qualifiziert, professionelles Ghostwriting anzubieten. Ich befasse mich seit 1982 beruflich mit dem Schreiben. Das sind bis heute dreißig Jahre Schreiberfahrung. In Ziffern: 30. Aber das ist zunächst nur eine Zahl. Ich möchte hier ganz offen sprechen und Ihnen eine kurze Geschichte erzählen, anstelle einer Aufzählung langweiliger, biografischer Daten. Es ist meine Geschichte. Eine Geschichte mit einem Handlungsstrang. Ich beschränke mich auf einen, denn mit zu vielen Handlungssträngen könnte es für Sie schnell unübersichtlich werden. Darum aufgepasst: Handlungsstrang braucht Handlung und Handlung braucht handelnde Personen.
Holger Schaeben betritt die Szene. Und mit Holger Schaeben haben wir ein wesentliches Element, das eine gute Geschichte ausmacht: eine sympathische Hauptfigur. Verdammt! Wer ist Holger Schaeben? Holger Schaeben geht 1981 in die Werbung. Er will ein berühmter Texter werden. Holger Schaeben trägt Hosen mit Schlag und erstmals Verantwortung.
Er lernt die Gesetze der Werbung und damit ein wesentliches Instrument der kapitalistischen Weltordnung kennen. Er lebt in der Welt der Riesenwaschkraft. Als Junior schreibt er Texte, die so oft durch Meetings gemangelt und in Tests reingewaschen werden, bis in seinen Augen nichts mehr erkennbar davon übrig bleibt. Trotz allem ist die Werbung eine gute Schule, die ihn in den Fächern Disziplin und Beharrlichkeit sauber ausbildet. Auch das Recherchieren lernt er von der Pike auf.

Holger Schaeben geht seinen Weg – in der Werbung. Er wird ein guter Texter. Aber hin und wieder schert er aus und schreibt ganz Unwerbliches: Kurzgeschichten, Essays, Prosa. 1989 fängt er damit an. 2002 ist sein erster Roman fertig. Der Roman ist ein großes Lernstück für ihn. Er lernt zudem, dass er ohne Schreiben nicht mehr sein kann. Damit ist das zweite, für eine gute Story so wichtige Element – der Spannungsbogen –  zu erkennen. Er überspannt Zeit und Raum und überspringt Hindernisse, die die Hauptfigur überwinden muss, um irgendwann in der Gegenwart zu landen. Angekommen im 21. Jahrhundert, gewinnt die Story an Tempo. Mit Riesenschritten nähern wir uns dem entscheidenden Moment der Geschichte, in dem aus dem Texter Holger Schaeben der Ghostwriter Holger Schaeben wird. Doch bevor wir an diesen vollkommen unvorhersehbaren Punkt ganz nah herankommen, bauen wir noch einen Cliff-Hanger ein.

Wir schreiben November 2009 und Holger Schaeben schreibt sich den Frust von der Seele. Er will etwas Neues machen. Aber woran wirken? Drama, Drama, Drama. Es sind Antworten zu finden: die drängendsten Fragen: „Wer bin ich?“ und „Wer will ich sein?“. Als Texter ist er nur noch äußerlich erkennbar. Die Berufsbezeichnung haftet an ihm wie ein Etikett, das etwas ankündigt, was dem Inhalt nicht mehr entspricht. Ein Anderer zu sein ist auf Dauer aber verdammt anstrengend. Das Problem beim Namen genannt: Er steckt in einer Identitätskrise.

Holger Schaeben probiert sich aus, beginnt mehr und mehr, journalistische Beiträge für Zeitschriften zu schreiben. Er sucht nach seiner Bestimmung. Bestimmt muss sie irgendwo zu finden sein. Da erhält er plötzlich einen Auftrag. Er soll ein Buch realisieren. Von der Idee bis zur Platzierung im Regal der Buchhändler. Er ergreift die Gelegenheit und greift zu seinem iBook. Er schreibt das Buch, und er schreibt ein weiteres und noch eins. Der Ghostwriter Holger Schaeben ist geboren.

Ghostwriting – Quo vadis?

Wer nach der Zukunft des Ghostwritings fragt, muss die Gegenwart des geschriebenen Wortes (auf Papier) hinterfragen. „Wer liest denn heute noch?“, lautet die häufigste, provokanteste Frage in diesem Kontext. Mein persönliches Statement dazu lautet so: So lange gelesen wird, werde ich schreiben. Und ich bin mir sicher, dass ich den Tag nicht mehr erleben werde, an dem nicht mehr gelesen wird. Ich glaube an das Buch. Ich glaube ans Lesen. Denn Lesen wärmt.

Mein Statement als professioneller Schreiber greift weiter: Eine Schreiboberfläche ist schon lange nicht mehr ausschließlich ein Produkt der holzverarbeitenden Industrie – das Blatt Papier ist oftmals digital, Word heißt das beliebteste Schreibprogramm. Der Begriff des Content-Management geht um. Da darf ein Text nicht einfach nur ein Text sein, gegenwärtig muss er netzfähig und netzwertig sein. Und die Entwicklung geht weiter. Wohin? Auch wenn Medien sich verändern – entscheidend bleiben doch Inhalte. Und je stärker diese Inhalte interessieren, umso intensiver ist der Dialog mit dem Leser möglich.

Die durchgängig erzählte und medienunabhängige Story gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Das gilt für Sachbücher gleichermaßen wie für Kurzgeschichten oder längere Prosatexte. Stichwort: E-Book. Das E-Book wird das Buch nicht ablösen, sondern ergänzend neben dem Papierbuch existieren, es erweitern. Content wird multimedial. Ich habe nichts dagegen.
Ich denke dabei aber auch an die Markenstory. Ich denke an die Möglichkeiten, die sich bieten, den Leser auch auf dem kommerziellen Feld der Kommunikation auf eine emotionale Reise mitzunehmen. Das Stichwort hier: Corporate Books. Bücher für Unternehmen. Hier kann das Buch eine Art Mutterschiff sein. Drumherum kreisen die Satellitentexte im Medienorbit: Lesetexte für Geschäftsberichte, Umweltberichte, Mitarbeitermedien und Kundenmagazine.