Vulgär oder nicht? Ein heißes Thema

Ich wollte meinen letzten Beitrag »Darüber solltest du mal ein Buch schreiben« gerne auf Facebook bewerben. Facebook hat das abgelehnt. Mit folgender Begründung: „Dein Beitrag…

…wurde nicht beworben, da er die Facebook-Werbeanzeigenrichtlinien aufgrund von vulgären Ausdrücken verletzt, die sich auf das Alter, das Geschlecht, den Namen, die ethnische Herkunft, den physischen Zustand oder die sexuelle Orientierung einer Person beziehen.“

Wie, bitte? Ich habe mir Mühe gegeben, in meinem Artikel vulgäre Ausdrücke mit derartigen Bezügen zu finden. Aber ganz ehrlich: Ohne Erfolg.

Doch, halt! Mit viel Phantasie könnte Facebook vielleicht diesen Begriff in besagtem Text gemeint haben: „Erotik“. Pfui! Was für ein schlimmes Wort. Aber vulgär? Dieses Wort steht sogar im Duden? Aber reißt deshalb jemand die Seite raus?

Ich habe weiter gesucht und gesucht. Mit Hilfe meiner (vielleicht vulgären) Phantasie bin ich noch auf eine verdächtige Formulierung gestoßen: „(…) ein heisses Thema.“ Aber, was ist an einem heißen Thema anstößig? Und was vulgär?

Frei nach Forrest Gump würde ich sagen: „Böse ist, wer Böses dabei denkt.“

Dann habe ich eine nacht darüber geschlafen und heute Morgen nochmals intensiv gesucht. Und tatsächlich konnte ich noch diese Begriffe dingfest machen: Euthanasie, Mordverdacht, ALG2, BILD, Kokain, Barbiturate, Tod, Unschuld, Nazi, Opfer, Ghostwriter, Psychose, Blut, Zeuge, Alkohol, Google, Frauen, Männer.

Logisch! Kapiert! Wie konnte ich das nur missverstehen. Klar. Wenn man den Text auf diese Begriffe reduziert – oder sollte ich besser sagen scannt – dann wird ein explosiver Cocktail draus. Verflixt! Explosiver Cocktail. War nicht so gemeint. Schon gar nicht vulgär…

Autor: Holger Schaeben, Ghostwriter, Journalist, Schreibkraft